Gebiet

Massa (das Kastell)

Nur sechs km vom Hotel entfernt und deshalb in wenigen Minuten erreichbar liegt eine der größten toskanischen Befestigungsanlagen: das Malaspina Kastell. Es wird wegen seiner vielfältigen architektonischen Geschichte quasi wie ein Museum über Tage betrachtet, das nach mehreren Jahren Restaurierung nun wieder für Publikum geöffnet ist. Im Inneren lassen sich drei Hauptteile erkennen: Der „Mastio trecentesco“, der älteste Teil der Festung (die ersten Zeugnisse gehen auf das Jahr 882 n. Chr. zurück), ist ein quadratischer Turm aus regelmäßig gesetzten Steinen mit weiter unten drei zylindrischen Türmen, die in einer zinnenbewehrten Wand eingebaut sind, und Spuren der ehemals herzoglichen Wohnung offenlegen. Seine Funktion war die Überwachung von Festland und Küste. „Il Palazzo residenza die Marchesi“. Ab der zweiten Hälfte des 15. und im darauf folgenden Jahrhundert wurde die Festung um den Bau des gräflichen Palastes beträchtlich erweitert. Dieser wurde mit Veranden, Loggien und Bogengängen in verschiedenen Stilrichtungen der Renaissance ausgestattet. Albenco Cybo, seit 1553 n. Chr. Herr von Massa, vollendete die Verbindung von mittelalterlichem und Renaissance-Bau. Die Ansicht des Palastes wurde mit farbigen Bildern und eingefügtem Marmor verschönert. „La cinta muraria bastionata“. Im Laufe des 16. und in den ersten Jahren des 17. Jh. wurden die Befestigungsanlagen modernisiert und durch die Errichtung zweier Bastionen, die mit zahlreichen Kanonen bestückt waren, nach damals fortgeschrittener Kriegstechnik erweitert. Beeindruckend ist die Aussicht auf die Küste vom Gipfel des Hügels aus, wo die Festung steht.

Massa (der Fürstenpalast)

Der in „Piazza Aranci“ liegende Fürstenpalast ist wegen seiner Größe und Pracht das schönste Gebäude der Stadt Massa. Er ist vom Prinzen Cybo-Malaspina errichtet worden, um das Ansehen seines kleinen Staates zu heben. Der ursprüngliche Kern des Fürstenpalastes von Cybo Malaspina wurde zwischen 1567 und 1570 n. Chr. erbaut und in der Folgezeit mit der Pracht versehen, die ihn für die Dynastie würdig machen sollte. So entstanden der Schweizer Saal, der die Vorderseite vergrößerte, und die Loggia im Innenhof, die damals einen schönen Blick aufs Meer öffnete. Den Höhepunkt seiner Pracht erlebte der Palast um 1670 n. Chr., als sich die Dynastie Cybo-Malaspina an die Architekten-Familie Bergamini wendete und diese die Architektur zwei Jahrhunderte lang prägte. Leider wurde die Gemäldegalerie mit Werken von Leonardo, Raffaello und Tiziano von napoleonischen Truppen geplündert.

Massa (der Dom)

Die ursprüngliche Kirche San Piero la Bagnara, ein Gebäude von großem Ausmaß und mit zahlreichen Altären ausgestattet, stand lange Zeit unter der Fürsorge der Cybo, die nach dem Sturz im Jahr 1672 n. Chr. den Bergamini den Neubau anvertrauten. Diese entwarfen die Anordnung und Ausstattung des Presbyteriums mit einem monumentalen Hauptaltar, zwei Neben-Altären und einer schmuckvollen Wandverkleidung sowie Fußbodenbelägen aus Marmor. Herzog Alberico II. entschied dann, dass die neue Seitenkapelle hinter dem rechten Altar, als Mausoleum der Familie hergerichtet werden soll.

Colonnata

15 km vom Hotel entfernt wurde schon zu römischer Zeit die Burg "Colonnata" erbaut. Ihr Name stammt wahrscheinlich von “colonia di schiavi”. So heißt der Ort, an dem Sklaven, die für das römische Imperium im Marmorbruch arbeiten mussten, untergebracht waren. Rom brauchte etwas dem weißen griechischen Marmor Gleichwertiges. Es wird auch behauptet, dass der Name vom Endgebrauch des Fördermarmors, den „colonne“ (Säulen), stammt. Inmitten des Marmorbruchs von Massa gelegen prägt das dort reichlich vorhandene Baumaterial das Ortsbild Colonnatas. Sein Ursprung geht tatsächlich auf das 1. Jh. v. Chr. zurück. Seine Gebäude, Plätze, Fußgängerwege und Denkmäler sind alle aus Marmor gebaut. Auch in der im 12. Jh. n. Chr. geweihten Kirche „San Bartolomeo von Colonnata“ befindet sich ein Flachrelief aus Marmor und Bronze.

Durch die von den Langobarden eingeführte Schweinezucht begann man mit der berühmten und traditionellen Erzeugung des „Lardo aus Colonnata“. Dieser besonders fette Speck reift ein halbes Jahr in den Marmorbecken heran. Es ist durchaus möglich, dass in Colonnata bereits in römischer Zeit Verfahren zur Haltbarmachung von Schweinefleisch eingeführt worden waren und den „Lardo“ zur Hauptnahrung der Grubenarbeiter gemacht hatten. Zuerst nur als Nahrungsmittel für Arme bekannt, ist er heutzutage ein kostbares, mit „DOP“ versiegeltes, kontrolliertes Lebensmittel.

In der nähesten Umgebung von Colonnata kann man den berühmten Marmorbruch bewundern. Er hatte schon zu römischer Zeit die örtliche Wirtschaft geprägt. Über den Hafen von Luni, das übrigens berühmt für sein Amphitheater ist, wurde der Marmor bis in die römische Hauptstadt ausgeführt und dort für die wichtigsten, öffentlichen Bauwerke verwendet. Mehrere Künstler der Renaissance, unter ihnen Michelangelo, haben persönlich vor Ort in Colonnata die Marmorblöcke für ihre Meisterwerke ausgesucht.

Portovenere und Cinque Terre

Besonders faszinierend ist der Ausflug nach “Portovenere” und “Cinque Terre”, die vom Hotel aus entweder mit dem Schiff (nur im Sommer) oder per Auto oder Zug erreichbar sind.

Portovenere, das seinen Namen dem Tempel der Göttin Venus verdankt, ist ein kleines, charmantes Dorf an der buchtenreichen Küste der Ostseite des Golfs von La Spezia.

Der Blick aus der Kirche von San Pietro ist atemberaubend. Sie wurde im 5. Jh. n. Chr. erbaut und ist noch heute Ziel vieler Brautpaare. Die Lage der Kirche ist ungewöhnlich: Sie steht auf einem steil ins Meer abfallenden Felsen. Von dort aus kann man nach rechts den Golf von La Spezia und nach links das offene Meer mit den „Cinque Terre“ am Horizont sehen. Sehenswürdig ist auch das Schloss, das auf das Jahr 1113 n. Chr. zurückgeht und an der höchsten Stelle Portoveneres liegt sowie die Kirche von San Lorenzo, die 1098 n. Chr. an der Stelle des Tempels, der dem Gott Jupiter geweiht war, in römischem Stil erbaut wurde.

Die „Cinque Terre“ bestehen aus fünf kleinen, abschüssigen Geländeeinschnitten, die sich zum Meer hin öffnen. In den Buchten liegt je eines der Dörfer. Vier der fünf Ortschaften befinden sich unmittelbar am Wasser. Lediglich „Corniglia“ liegt auf einem Felsvorsprung rund 100 Meter über dem Meeresspiegel. Diese fünf Dörfer haben die Region Ligurien weltweit bekannt gemacht. Von Nordwest nach Südost reihen sich die fünf Dörfer Monterosso al Mare , Vernazza , Corniglia , Manarola und Riomaggiore entlang der steil abfallenden Küste. Der Nationalpark „Cinque Terre“, von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, besteht aus einer mehrere hundert Meter hohen, zum Teil steil ins Meer abfallenden, sanft gerundeten Bergkette. In Meeresnähe wurden Terrassenkulturen für den Anbau von Wein, Zitrusfrüchten und Oliven angelegt.

Die einzigartigen Meeresböden und das besondere Unterwasserlicht haben eine starke Entwicklung der Tauchtouristik gefördert. So zieht die Vielfalt der Meeresfauna und -flora Taucher aus allen Ecken der Welt hierher.

Pisa und Lucca

Die historischen Städte Pisa und Lucca liegen nur 50 km vom Hotel entfernt, so dass man sie innerhalb eines Tagesausfluges besuchen kann.

In Pisa befindet sich die „Piazza dei Miracoli“. Sie wird von vielen als einer der schönsten europäischen Plätze betrachtet und ist von der UNESCO zum Weltkulturdenkmal erklärt worden. Sehenswürdig auf der Piazza ist der Dom aus Carrara-Marmor, der zwischen 1063 und 1118 n. Chr. erbaut wurde. Sein Hauptportal aus Bronze zeugt von römischem Stil. Der weltweit berühmte schiefe Turm ist 56 m hoch. Zwölf Jahre nach der Grundsteinlegung am 9. August 1173 n. Chr., als der Bau bei der 3. Etage angelangt war, begann sich der Turmstumpf wegen eines Grundbruches in Richtung Südosten zu neigen. Daraufhin wurde der Bau für rund 100 Jahre unterbrochen. Die nächsten vier Stockwerke wurden dann schräg angebaut, um die Schieflage auszugleichen. Danach musste der Bau nochmals unterbrochen werden, bis 1372 n. Chr. auch die Glockenstube beendet werden konnte. Das Baptisterium ist die größte Taufkirche Italiens. Das freistehende Gebäude wurde 1152 n. Chr. von Diotisalvi als Ergänzung zum Dom in romanischem Stil auf kreisförmigem Grundriss begonnen. Nach einem finanziell bedingten Baustopp Ende des 12. Jh. wurde der Bau erst 1260 n. Chr. von Niccolò Pisano und 1277-1284 n. Chr. von Giovanni Pisano fortgeführt. Hier ist Galileo Galilei getauft worden.

Sodann lädt die „Piazza die Cavalieri“, Zentrum der mittelalterlichen Politik in Pisa, zum Verweilen ein. Sie wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jh. Hauptquartier des Ritterordens „Santo Stefano“. Auf diesem Platz kann man unter anderem die gleichnamige Kirche und den „Palazzo della Carovana“, heute Sitz der Elite-Universität „Scuola Normale Superiore“, besichtigen. Beide wurden um 1560 n. Chr. von dem Architekten Giorgio Vasari erbaut.

Lucca wird die Stadt der hundert Kirchen genannt. Kaum jemand versäumt es, sie zu besuchen, denn die großen Plätze, die romanischen Kirchen und die mittelalterlichen Türme zeugen heute noch von der einstigen Bedeutung dieser Stadt. Ihre von vier Toren durchbrochenen Befestigungsanlagen wurden 1504 n. Chr. begonnen und 1645 n. Chr. fertig gestellt. Sie sind heute noch gut erhalten und tragen eine von Bäumen gesäumte Promenade. Das rechteckige Netz des historischen Zentrums zeigt den römischen Straßenverlauf . Die Häuser der „Piazza dell’Anfiteatro“ sind kreisförmig angeordnet und auf Resten des antiken römischen Amphitheaters erbaut worden. Besonders sehenswert ist die Kathedrale „San Martino“. Sie stammt aus dem ausgehenden 12. Jh. (1196–1204) und liegt in direkter Nähe zur südlichen Stadtmauer am Domplatz. Für Shopping Liebhaber ist ein Spaziergang entlang der mittelalterlichen und schmalen „Via Fillungo“ das Richtige. Sie ist die Hauptstrasse der Stadt und ist mit zahlreichen Geschäften versehen.